Technik in 2022

Mai 1, 2022

Vor 2020 oft als optionales i-Tüpfelchen häufig (miss)verstanden – haben wir durch Corona wohl alle gemerkt, dass es ohne Internet schwierig wird. Einsam wird. Auch in der Kirchengemeinde. Es wird viel getan, um trotz oder gerade wegen Corona die Versorgung mit der guten Botschaft aufrecht zu erhalten.

Zwei Weihnachtsfeste liegen hinter uns, die wir in Nordstemmen (fast) nur online erleben konnten. Ebenso wie Andachten, Advents- geschichten, Talk-Runden, Konfirmationen und Gottesdienste jeg- licher Art.

Es ist ein Segen, dass wir in dieser schwierigen Zeit ein Team im Rücken hatten, welches bereits geübt und eingearbeitet war. Schnell wurden neue Wege gesucht und etabliert. So mussten wir uns nie die Frage stellen, ob wir es schaffen würden, Weihnachten einen Gottesdienst zu erleben, sondern nur wie – welch ein Luxus.

Das inzwischen auf über 12 Personen gewachsene Technik-Team ist dabei nach wie vor mit hohem Einsatz bei der Arbeit und streamt auch bei sich beruhigender Infektionslage weiterhin Gottesdienste, zumindest hybrid. 12 Personen mag dabei auf den ersten Blick viel klingen, doch wenn man aber bedenkt, dass bei einem 3|17-Gottesdienst mindestens 6 Personen im Einsatz sind (2x Kamera, 1x Kamera-Regie, 1x Ton Kirche, 1x Ton Online, 1x Liedtexte, manch- mal dann noch Licht und Teleprompter), wird schnell klar, dass dies eine hohe Belastung ist, die oft auch an einzelnen Personen hängt. Es reicht nicht aus, dass jemand „da ist“: er muss sein Handwerk auch verstehen. Dass das bei allem ehrenamtlichem Engagement nicht immer alles reibungsfrei verläuft, sollte auch klar sein…

…doch auch wir merken die gestiegene Erwartungshaltung in der Gesellschaft und auch in der Kirchengemeinde. Da ist ein Mikro etwas leiser, eine Hintergrundmusik nicht sofort aus, der Text passt nicht oder ein Scheinwerfer ist zu hell: direkt kommt eine Rückmeldung. So sehr wir uns aber nach dem perfekt bzw. exzellent unter- stützten Gottesdienst sehnen – um hier nicht für Ablenkung durch Fehler zu sorgen -, so sehr sind wir alle unperfekte Menschen, die in der Freizeit ihren Dienst tun – und keine Maschinen. Auch kann nicht jeder Gottesdienst mit über 100 Stunden Aufwand in der Nachbearbeitung einhergehen, wie der Weihnachtsgottesdienst 2020.

Wir, als Technikteam, sind sehr dankbar für jegliche Wertschätzung, die uns auch in dieser Corona-Zeit entgegen gebracht wurde und für jedes Auge, das auch zugedrückt wurde, wenn jemand nicht in das rechte Licht gerückt war.

Dennoch brauchen wir, gerade in Anbetracht dieser herausfordern- den Zeiten, dringend Arbeitserleichterungen. Momentan starten wir mit der Vorbereitung auf einen gestreamten Gottesdienst teil- weise 6-8 Stunden vor dem eigentlichen Beginn, weil alles wieder von fast Null aufgebaut und installiert werden muss. Ein erheblicher Teil der Technik wird von den Technikern aus privaten Beständen zur Verfügung gestellt. Es gibt keine dauerhafte Lösung in der Regie oder Band, es ist kein leistungsfähiger Projektor vor Ort vorhanden, die Beleuchtung muss eingestellt werden und die Elektro- Sicherungen regelmäßig wieder eingeschaltet werden.

Damit wir auch in Zukunft einen guten Dienst in der St. Johanniskirche tun können, muss sich hier etwas ändern. Denn es ist schön, wenn die Glocken die Menschen in die Kirche ziehen (oder vor den Lifestream), wenn die Orgel den Raum mit Schall erfüllt und die Heizung den Raum erwärmt. Doch wenn am Ende kein Ton, kein Licht oder kein Bild ankommt, dann wird es kein schöner Gottesdienst.

Die St. Johannis Gemeinde plant daher die technische Ausstattung der Kirche weiter intensiv in den Blick zu nehmen und zukunftsfähig zu gestalten. In den nächsten Gemeindebriefen werden wir Sie über unsere Pläne informieren und Sie dabei hinter die Kulissen schauen lassen. Wir freuen uns auch über Fragen und Anregungen zu den Videogottesdiensten und allen anderen Produktionen, die Sie auf unserer Webseite finden.

E-Mail genügt: technik@st-johannis-nordstemmen.de

Im Namen des Technik-Teams Christoph Kielhorn