Statement von Mitarbeitern der Kinder- und Jugendarbeit

Wir befürworten als Teil der Kinder- und Jugendarbeit die Stellungnahme des Kirchenvorstandes vom 06. Mai 2021 und möchten diese hiermit unterstützen. Darüber hinaus begrüßen wir ebenso die persönliche Erklärung von Pastor Marcus Piehl und akzeptieren seine Entschuldigung.

Wir distanzieren uns wie der Kirchenvorstand vom Artikel „Auf ein Wort“ des aktuellen Gemeindebriefes und sehen die verkürzte Darstellung auf 1,5 Seiten des Gemeindebriefes für diese komplexen und vielschichtigen Themen als ungeeignet an. Wir möchten uns ausdrücklich gegen die Diskriminierung jedes Menschen – hier auch insbesondere Lady Bitch Ray aber auch Pastor Marcus Piehl – aussprechen.
Vor allem aber treten wir dafür ein, dass die Liebe Gottes jedem Menschen gilt und der liebevolle Umgang mit unserem Nächsten vor jeder Kritik an einer Lebensweise oder einem Gemeindebriefartikel kommt.

Wir sind als ehrenamtliche Mitarbeiter teilweise seit vielen Jahren mit vollem Herzen in prägendem Dienst in unserer ev.-luth. Kirchengemeinde St. Johannis aktiv. Wir gestalten Jugendgottesdienste, Gruppenstunden, Welcome Home Sessions, Musicals, ChurchNights und vieles mehr. Dabei wollen wir die Liebe Gottes, die wir erfahren durften, und die Hoffnung unseres Glaubens weitergeben. Das tun wir durch ansprechende, wohl gewählte Inhalte und eine Arbeit, die mit ausreichendem Raum und weitgehend nur von ehrenamtlichen Mitarbeitern gestaltet wird. 

Der Gemeindebriefartikel, die Reaktionen darauf sowie die aus diesen resultierenden Folgen für unsere Gemeindearbeit gehen uns sehr nahe. Wir bedauern, dass in einigen Kommentaren die Arbeit der Kirchengemeinde als Ganzes in Frage gestellt wurde, aber ebenso, dass Pastor Marcus Piehl teilweise als Person diffamiert wurde. Wir sprechen uns klar gegen Hate Speech aus und werben bei aller berechtigter Kritik um einen sachlichen Diskurs.

Wir wünschen uns weiterhin in unserer gesamten Kirchengemeinde eine von den genannten Grundsätzen und ihrem Leitbild getragene Grundeinstellung, die sich in allen inhaltlichen und praktischen Beiträgen wiederfindet.

Wir stehen seit jeher und auch zukünftig für Offenheit, Modernität und Vertrauen ein.
Bei uns sind alle Menschen ungeachtet des Geschlechts herzlich willkommen.


Unterzeichner:
Amy Bauerfeind, Angelina Sandvoß, Celine Schwarze, Christoph Kielhorn, Daniel Held, Darian Sundermeier, Gina Bauerfeind, Hanna Gawron, Hanna Tölle, Jasmina Sandvoß, Jessica Warnecke, Jonas Held, Joost Radtke, Lea Neubauer, Lina Tölle, Louisa Senf, Marlen Albrecht, Melina Lison, Merle Köhler, Michael Meinen, Philip Held, Rico Köhler, Sara Hesse, Sophie Scholtyssek, Stine Hermann, Thea Gawron, Theo Werchan, Torben Lehrke, Tristan Vogt, Yves Lison

Das Leitbild unserer Kirchengemeinde ist hier zu finden.

Persönliche Erklärung von Pastor Marcus Piehl

Für die Publikation meines Artikels im aktuellen Gemeindebrief der St.-Johannis-Gemeinde Nordstemmen in der Rubrik „Auf ein Wort“ trage ich allein die Verantwortung und ich bedauere aufrichtig die Verletzungen und Irritationen, die dieser Artikel ausgelöst hat. Durch meine Aussagen in dem Beitrag fühlen sich Menschen diskriminiert und verletzt. Ich bitte alle, denen ich in dieser Weise weh getan habe, um Entschuldigung. Auch wenn ich aus meinem biblischen Verständnis heraus manche aktuelle gesellschaftliche Entwicklung kritisch sehe, war meine Vorgehensweise nicht fruchtbar.

Ich bereue überdies, in meinem Artikel auf Professor Kutschera verwiesen zu haben. Denn ich toleriere unterschiedliche Beziehungs- und Familienformen, in denen Menschen verlässlich zusammenleben und füreinander Verantwortung übernehmen. Ich teile die Auffassung des Kirchenvorstands in seiner gestrigen Stellungnahme, dass in der Kirche alle Menschen ohne Ansehen ihres Geschlechts willkommen sind.

Ich wollte auch überhaupt keine Beziehung zwischen der Genderthematik und ideologischen Bewegungen des vergangenen Jahrhunderts herstellen.Ich bitte alle Verantwortlichen in der Kirchengemeinde und alle Gemeindemitglieder in Nordstemmen um Verzeihung für all das, was mein Artikel ausgelöst hat. Ich hoffe sehr, dass wir in Gesprächen einen guten Weg finden, um die Verletzungen zu heilen, die entstanden sind.

 

Siehe auch: https://www.kirche-hiland-alfeld.de/nachrichten/nachrichten2021/Statement-Piehl

Stellungnahme des Kirchenvorstandes

Der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannis in Nordstemmen steht zu seiner Verantwortung als Herausgeber des Gemeindebriefes. Wir haben den Artikel „Auf ein Wort“ von Pastor Marcus Piehl in der Gemeindebriefausgabe für Mai/Juli als dessen persönliche Meinung eingeordnet.
Wir nehmen allerdings wahr, dass seine Aussagen als Haltung der Gemeinde verstanden werden können. Unser bisheriges Vorgehen betrachten wir heute daher als Fehler und bitten hierfür um Entschuldigung.
Wir bitten im Interesse aller, auf sachlicher Ebene über Inhalt und Verbreitung des Artikels ins Gespräch zu kommen.
Wir als Kirchenvorstand distanzieren uns in aller Form von dem in Rede stehenden Artikel und seinen Aussagen; diese stehen nach unserer Auffassung in klarem Widerspruch zu unserem Leitbild als Kirchengemeinde. Wir bedauern aufrichtig alle entstandenen Verletzungen.
In unserer außerordentlichen Kirchenvorstandssitzung am 06.05.2021 wurde darüber ein einstimmiger Beschluss der Anwesenden gefasst.
Wir heißen alle Menschen ohne Ansehen ihres Geschlechts in der Kirche willkommen und wir sprechen uns gegen jede Form von Diskriminierung aus.

Der Kirchenvorstand

Nordstemmen, 06.05.2021

Das Leitbild unserer Kirchengemeinde ist hier zu finden.

Diakonie: In Verbindung bleiben

„Ich habe hier einen Brief von meiner Bank bekommen und weiß nicht, was ich jetzt tun soll.“ – „Gerade war ich bei meiner Frauenärztin und hab erfahren, dass ich schwanger bin. Ich hab keine Ahnung, wie ich das schaffen soll. Kann ich bei Ihnen einen Termin zur Schwangerschaftskonfliktberatung bekommen?“- „Bei uns in der Familie eskaliert es, besonders zwischen meiner Frau und mir – und mit den Kindern inzwischen auch. Durch Corona ist alles noch schlimmer geworden. Wir bräuchten dringend Hilfe. Können wir überhaupt zu Ihnen kommen?“ So oder ähnlich klingen die Anrufe bei den Dienststellen und Fachbereichen des Diakonischen Werkes Hildesheim.

Wichtig zu wissen: Die Beratungsstellen sind trotz des Lockdowns erreichbar und bieten nach Terminvereinbarung neben telefonischer oder videogestützter Beratung nach wie vor persönliche Beratung mit Hygienekonzept an. Menschen in einer Notlage sollten daher zum Telefon greifen und sich nicht scheuen, vertrauensvoll fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mehr über die Arbeit des Diakonischen Werkes Hildesheim im vergangenen Corona-Jahr finden Sie in den Jahresberichten unter dem Motto „In Verbindung bleiben“ auf unserer Homepage www.diakonie-hildesheim.de/wirueberuns/jahresberichte/jahresberichte_2021

Kontaktdaten, Zeiten und Informationen der Beratungsstellen in Hildesheim, Alfeld, Bockenem, Elze, Sarstedt und Peine finden sie hier: https://www.diakonie-hildesheim.de/beratung

Kleidersammlung für Bethel

Die Kleidersammlung für Bethel läuft vom 11. bis zum 18. Mai 2021 – werktags von 8.00 bis 20.00 Uhr. Details bitte dem Flyer entnehmen.